Was ist das Problem mit der „Homo-Ehe“?

Kommentar von Josef Gundacker

Völlig selbstverständlich wird heute von fortschrittlichen Kräften die „Homo-Ehe“ gefordert. In den vergangenen Jahrzehnten hat eine ganze Generation gegen Unterdrückung und Rollenzwang in der Ehe gekämpft, und nun wird die Ehe als erstrebenswerte Institution des privaten wie gesellschaftlichen Glücks gepriesen, da auch gleichgeschlechtliche Paare in den Hafen der Ehe einlaufen wollen. Was ist der Grund für diesen totalen ideologischen Schwenk? Genau jene fortschrittlichen Kräfte, die damals gegen die Ehe gewettert haben, fordern heute lautstark die „Ehe für alle“.

In einem Interview in der Bezirkszeitung mit Frau Dr. Kugler stellt ein Journalist die Frage: „Was würde sich für die Menschen ändern, wenn auch Homosexuelle heiraten dürften?“ Mit einem Wort, sehr viel! Die Ehe wird ihres eigentlichen Zweckes weiter beraubt und durch eine „Ehe für alle“ total entwertet. Eine Ehe wird mancherorts als Wunschkonzert verstanden,  wenn der/die Partner/in die Wünsche nicht erfüllt, dann brauchen wir einen neuen! Wenn die Ehe auf eine Gemeinschaft von zwei Personen zum gegenseitigen Beistand reduziert wird, ist sie nur mehr eine Art Lebensversicherung zur Wahrung der eigenen Interessen und Wünsche. Man soll doch bitte die Frage stellen, warum Homosexuelle mit der eingetragenen Partnerschaft, mit ihren gleichen Rechten und Pflichten, nicht zufrieden sind? Dieser Kampf um das begehrte Eherecht lässt sich nie lösen, solange wir nicht die Frage nach dem Zweck der Ehe stellen. Hat Ehe nur einen Selbstzweck, um im Falle einer Trennung eine gerechte Güterverteilung abzusichern, oder hat die Ehe einen größeren Zweck, um Liebe und Leben zu vermehren?

In unserer demokratischen Gesellschaft herrscht  völlige Verwirrung um den Wert und die Bedeutung der Liebe. Es wird behauptet, dass jede Liebesbeziehung gleichwertig sei und ein politischer Slogan heißt daher: „Gleich viel Recht für gleich viel Liebe“. Dabei werden zwei entscheidende Faktoren bewusst übersehen, nämlich, dass sich Liebe nicht einfordern lässt! Eine Beziehung, die auf einem gegenseitigen Konsens beruht, ist ein Handel und eine Beziehung, die durch Überredungskunst zustande kommt, ist Manipulation. Weiters gibt es riesige Unterschiede in der Reife und Qualität der Liebesbeziehungen, unreife, narzisstisch geprägte Liebe fordert,  reife Liebe hingegen schenkt. Diese Problematik unreifer Liebe finden wir häufig in Ehen und Partnerschaften, wenn es plötzlich heißt: „Wir lieben einander nicht mehr, wir haben  einander nichts mehr zu sagen!“  Man ist nicht mehr bereit zu geben, sondern fordert Liebe ein. Wenn  die Ehe der Vermehrung von Liebe und Leben dienen soll, haben Homosexuelle ein Problem! Ihre Liebesfähigkeit ist auf das eigene Geschlecht konzentriert.  Sie können  kein Leben weitergeben. Das heißt, es ist für sie unmöglich, ohne Änderung ihrer Lebensweise den Zweck der Ehe zu erfüllen.

Es gibt eine Art  von Liebe, nämlich die eheliche Liebe und die  Elternliebe, die, auch laut Gudrun Kugler,  für den Staat besonders relevant ist, da sie auf Kinder und damit auf die zukünftigen Generationen gerichtet ist. Im Gegensatz dazu steht eine populäre, materialistisch hedonistische Lebensphilosophie, die auf momentanen Lustgewinn und dem eigenen Spaßfaktor gründet. Nicht die „Homo-Ehe“, sondern Eltern und Familien schaffen das Humanvermögen und damit die Zukunft der Nation.