FamilienForum

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Projekte Unternehmen Familie Familie – gestern – heute – morgen

Familie – gestern – heute – morgen

Die Verantwortung der Religion, der Politik und der Medien

„Familie kann nicht nur gelingen, Familie muss gelingen, wenn wir weiter in einer freien Gesellschaft leben wollen“, sagte Jürgen Liminski, deutscher Journalist und Publizist beim Familienkongress in Innsbruck.

Was kann und muss getan werden, dass Familie gelingt und welche Verantwortung haben Politik, Religion und Medien?

Politik: Die Europäische Union will eine „neue Familienpolitik“ durch eine qualitativ neue Bezugnahme auf das Humanvermögen begründen.¹ Zur Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen hat für die Politik die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ die oberste Priorität. Erwerbsarbeit wird aber eindeutig höher bewertet! Wenn Familie nur als Organisationsform und Ökonomische Einheit (laut Prof. Hans Bertram)² verstanden wird, wird die natürliche Aufgabe der Familie als Schule der Liebe und Keimzelle des Friedens verkannt. Ist es nur eine organisatorische Frage, Familie zu stärken, und was braucht Familie tatsächlich, damit Humanvermögen wachsen kann?

Religion: Von der Zersplitterung und damit dem Zerfall sind Familien mit religiösem Hintergrund genauso betroffen wie nichtreligiöse. Wenn es um die Vermittlung von Werten und Standards geht, haben die Religionen immer einen entscheidenden Beitrag geleistet. Die heile Familienwelt, wenn sie je existiert hat, muss aber erst einmal definiert werden. Was Familie ist und was sie sein soll, darüber herrschen auch in den Religionsgemeinschaften sehr unterschiedliche Ansichten. Es scheint, dass die Religionen und Kirchen ihre schöpferische Kraft für die Gestaltung des Lebens der Familien und Gesellschaft eingebüßt haben. Es gibt sehr gute Aktivitäten und Initiativen in allen Kirchen, um Familie zu stärken, eine weit verbreitete religiöse Intoleranz gegen „Andersgläubige“ verhindert aber eine fruchtbare Zusammenarbeit. Anstatt die Verteidigung des eigenen „wahren Glaubens“ in den Vordergrund zu stellen, sollten religiöse Menschen aufeinander zugehen, voneinander lernen und gemeinsam nach Lösungen für die Familie suchen.

Medien: Familie wird von den Medien zum Großteil in ein negatives Licht gestellt bzw. überhaupt in Frage gestellt. Den Medien fällt eine ungeheure Macht zu. Die Frage ist, sind sie sich dieser Macht bewusst und gehen sie damit verantwortungsvoll um? Es sind Zweifel anzumelden, denn Journalisten können durchaus nach eigenem Gutdünken pointieren und Wichtiges verschweigen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Die heutige Pressefreiheit ist eine große Errungenschaft, was ist aber die Verantwortung der Medien gegenüber der Gesellschaft und der Familie?

Im Mittelpunkt der künftigen gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung wird die Familie stehen. Damit Familie gestärkt wird, ist ein inhaltliches Programm vonnöten. Deshalb ist 2009 auch die Frage nach der Verantwortung der Religion, der Politik und der Medien Gegenstand der Betrachtung in den Arbeitskreisen sowie am nächsten Familienkongress. 

Mit freundlichen Grüßen

 

Josef Gundacker

¹ Demographische Herausforderungen – Familie braucht Partnerschaft 2006, Wien

² Prof. Hans Bertram, Familiensoziologe und Verfasser des 7. Familienberichtes

 

Zitate der Woche

Liebe ist der Entschluss das Ganze eines Menschen zu bejahen, die Einzelheiten mögen sein, wie sie wollen.

Otto Flake

 

Newsletter