Offener Brief an Sozialminister Alois Stöger

Sehr geehrter Herr Sozialminister Alois Stöger,

Sie drängen laut ORF-Bericht vom 12. August, auf die Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Ihr Argument: „Die Menschen sollten selbst entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Wenn einander zwei Menschen lieben, hänge es nicht vom Geschlecht ab.“  Haben Sie als Kind, Herr Sozialminister, Ihr Geschlecht selbst gewählt? Dann gratuliere ich Ihnen, dass Sie der heterosexuellen Matrix entfliehen konnten und eine autonome Entscheidung getroffen haben.

Als Obmann des Familienforums will ich Sie heute auf einen Umstand hinweisen, der gerne unbeachtet bleibt. Sie gehen von dem Grundsatz aus, dass jeder Mensch über seine Lebensgestaltung selbst entscheiden soll, nach dem Motto: „Gleich viel Recht für gleich viel Liebe“. Leider gibt es zu viele Menschen, die regelmäßig autonome Fehlentscheidungen treffen.  Selbstbestimmte und unverbindliche Lebensstile, die ihre  sexuellen Neigungen ausleben und jede Versuchung auskosten, enden fast immer  in einer zerstörten Liebe und Beziehung. Viele Studien belegen das hohe Risiko von unverbindlichen, unverantwortlichen heterosexuellen und homosexuellen Lebensweisen. Dazu kommt, dass sexuelle Beziehungen häufig ausgenutzt und missbraucht werden. Das Grundrecht auf die freie Entscheidung wird dann als Rechtfertigung für triebhafte Neigungen benutzt.

Sie meinen, es gebe immer noch 32 Unterschiede zwischen einer „heterosexuellen“ Ehe und der für homosexuelle Paare möglichen Eingetragenen Partnerschaft. Ich darf Ihnen heute versichern, dass es große fundamentale Unterschiede in der Qualität von natürlichen Ehen und homosexuellen Beziehungen immer geben wird. Da wird auch eine Änderung an der aktuellen Gesetzeslage wenig ausrichten. Auch in Zukunft werden zwei homosexuelle Männer kein Kind zeugen können, ohne sich eine Mutter „auszuleihen“ um sich das Kind zu kaufen! So etwas ist nicht Liebe, sondern ein Handel! Eine Ehe ist auf die Weitergabe von Leben ausgerichtet und das hängt von der Gegengeschlechtlichkeit zweier Menschen ab. Die Verschiedenartigkeit von Mann und Frau dient dazu, sich einander zu ergänzen und Leben und Liebe zu vermehren. Eine homosexuelle Liebe hat aber immer ein Ablaufdatum, die Eltern –Kind Beziehung hat keines, sie besteht ewig.  Eine Gleichstellung der Ehe für homosexuelle Paare ist daher gar nicht möglich ohne die Ehe völlig zu entwerten.

Sie appellieren an die ÖVP, nicht nur mit Worten die Werte der Aufklärung zu verteidigen, sondern auch entsprechend zu handeln. Die Frage ist nur, welche Werte der Aufklärung meinen Sie denn eigentlich? Seit wann gehören zu den Werten der Aufklärung auch Promiskuität, Unmoral und Verantwortungslosigkeit? Offensichtlich sind Ihnen fragwürdige Interessen und als „Bedürfnisse“ getarnte Privilegien wichtiger als die Anliegen der Mehrheit der Familien.

Ja, Sie haben schon Recht: Menschen sollen selbst entscheiden, wie sie leben sollen. ABER eine Politik, die Verantwortungslosigkeit, Narzissmus und Egoismus fördert, stärkt weder die Autonomie und Mündigkeit von Eltern, sondern schwächt sie. Im Namen des Familienforums bitte ich Sie daher, den Schutz von Ehe und Familie rechtlich garantieren zu lassen. Denn die Förderung von konfliktträchtigen und ungesunden Beziehungsmodellen oder die Gleichstellung von sexuellen Lebensstilen kann nicht auf Kosten des seelischen Lebens von Kindern geschehen.

Mit freundlichen Grüßen
Josef Gundacker, Obmann des Familienforums
info@familienforum.at